Gemeinsame Entscheidung
Das Leben der Familie Sarki hat sich völlig verändert. CARE-MitarbeiterInnen kamen in ihr abgelegenes Dorf weit im Westen Nepals und planten mit der Dorfgemeinschaft die Trinkwasserversorgung. Gemeinsam wurde entschieden, dass der große Brunnen zentral bei der Schule stehen wird. „Aus strategischen Gründen wurde noch ein zweiter Brunnen weiter unten am Hang geplant“, so CARE Österreich-Mitarbeiterin Sok-Chea Ung. „Nach Beratung mit CARE entschied die Dorfgemeinschaft, dass der zweite Brunnen vor dem Haus der Sarkis gebaut wird.“
Brunnen vor dem Haus
Bisher überwanden Lalita oder ihr Mann Gajendra täglich 300 Höhenmeter ins Tal zum Bach, nur um ein wenig schmutziges Wasser zum Waschen und Kochen zu haben. Vor allem Dhan, der jüngste Sohn, leidet seit seiner Geburt an Durchfallerkrankungen und Hautausschlägen. Viele Kinder sterben daran. Dass heute ausgerechnet vor ihrem Haus ein Brunnen mit sauberem Wasser steht, macht Lalita sehr stolz. Ihr Ansehen im Ort hat sich verändert. Viele Menschen kommen zu ihr, um Wasser zu holen. Und reden mit ihr!
Hygieneaufklärung
Doch sauberes Wasser und der Bau von Brunnen ist nicht das einzige Ziel des CARE-Projektes in Nepal. CARE betreibt auch Hygieneaufklärung. Seit Neuestem steht bei den Sarkis das Geschirr, blitzblank gewaschen, auf einem Regal hoch über dem Boden. Früher wurde alles einfach auf der Erde neben den sechs Kühen abgestellt. Die Tiere hinter das Haus zu verbannen, das lehnten die Sarkis strikt ab, denn die Kühe sind heilig und behielten ihren Platz vor dem Haus. Stattdessen bekam das Geschirr einen erhöhten Platz.
Hände waschen
Auf der Wäscheleine hängt sogar ein Tuch von CARE. Darauf ist ein Kind auf einer Toilette zu sehen und wie es sich nachher die Hände wäscht. „Das Wissen, das die Menschen hier durch das CARE-Projekt bekommen, geben sie auch voll Stolz weiter. Unterwegs sind mir Kinder begegnet, die sich mit einem Stück Seife die Hände gewaschen haben. Das war hier bisher nicht üblich“, berichtet Sok- Chea Ung. „Daran kann man erkennen, dass unser Projekt wirkt.“
Überwältigende Landschaft
Die Landschaft im äußersten Westen Nepals ist überwältigend schön und strahlt eine friedliche Ruhe aus. Doch das verunreinigte Wasser hat bereits seine Opfer gefordert: Jährlich sterben 13.000 Kinder unter 5 Jahren in Nepal an Magen-Darm Erkrankungen durch verschmutztes Wasser. Lalita und ihre Familie haben nun mehr Zeit ihre Felder zu bewirtschaften, weil sie den täglichen Weg zum Wasser nicht mehr bewältigen müssen. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum die 5-jährige Mangali doch bald in die Schule gehen darf. Und vielleicht wird sie sich nicht mehr – ganz selbstverständlich – in die letzte Reihe setzen.











