Als Muna nach Jordanien kam, hatte der Krieg schon längst seine Spuren auf ihrem Gesicht hinterlassen. Muna stammt aus Basra, der umkämpften Stadt im Süden des Irak. Als Kind erlitt sie im ersten Golf-Krieg furchtbare Verbrennungen nach einem Bombenangriff. Bis heute leidet sie an den Spätfolgen.
Vor einem Jahr konnte die 28-jährige den Irak verlassen. Sie bekam medizinische Betreuung in Jordanien. Mit der Unterstützung der internationalen Hilfsorganisation CARE fand sie ein Flüchtlingsquartier und wurde mit dem Notwendigsten versorgt. Finanziert wird dieses Programm für Menschen aus dem Irak, die in Jordanien Zuflucht suchen, vom Dienst für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission.
Seit Ausbruch des Irak-Krieges im März 2003 mussten hunderttausende Menschen ihre Heimat verlassen. Die meisten Flüchtlinge sind heute in Jordanien und in Syrien untergekommen. Viele haben alles verloren – vor allem auch Familienangehörige. Weil ihnen in Jordanien kein internationaler Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde, waren die meisten auf sich selbst gestellt. Mit Hilfe der jordanischen Bevölkerung, aber auch jener von UN und Hilfsorganisationen, fanden sie ein Dach über dem Kopf.
So unterstützt CARE 3.000 irakische Familien, die heute im Osten der jordanischen Hauptstadt Amman leben. Mit finanziellen Mitteln der EU deckt CARE die grundlegenden Bedürfnisse der Menschen ab. Sie erhalten etwa Matratzen, Kocher, Reinigungsmittel und Windeln. Das Programm zielt vor allem auch darauf ab, den Flüchtlingen über die Hoffnungslosigkeit hinwegzuhelfen und ihr Vertrauen in die Zukunft wieder zu wecken. Gesundheitsversorgung, Ausbildungsprogramme und rechtliche Hilfe sind deshalb wichtige Aspekte des Projektes.
„Eines der Probleme für die Flüchtlinge aus dem Irak ist die veränderte Rollenaufteilung in den Familien: Die Männer dürfen nicht arbeiten und können die Familie deshalb nicht mehr versorgen. Das führt zu Spannungen und zu häuslicher Gewalt“, erklärt Nedal Arabiyat, die als Sozialarbeiterin für CARE in Jordanien tätig ist. „Für die Flüchtlinge ist es enorm schwierig, mit der neuen Situation fertig zu werden. Sie haben ihren Status, ihr Einkommen, ihre Heimat und damit ihre Hoffnung verloren. Über Beratungsgespräche führen wir die Menschen an Gesundheits- und Ausbildungsprogramme heran. Und mit der Nothilfe-Unterstützung greifen wir jenen unter die Arme, die sich die Miete für ihr Quartier nicht mehr leisten können und denen damit Obdachlosigkeit droht.“
Amal, die im Irak miterleben musste, dass ihr Vater gefoltert wurde, gehört zu jenen, die wieder einen Streifen Hoffnung am Horizont sehen: Vor drei Jahren kam sie zur Beratungsstelle von CARE. Sie konnte nicht studieren, weil sie die dafür notwendigen Zertifikate im Irak zurücklassen musste. Also belegte sie zunächst einmal einen von CARE organisierten Computer-Kurs. Amal schöpfte neue Hoffnung und gibt sie heute gerne weiter: „Ich betreue die Bücherei im CARE-Gemeinschaftszentrum. Den Kindern, die zu uns kommen, möchte ich zeigen, dass die Türen für die Zukunft auch für uns Flüchtlinge aus dem Irak nicht verschlossen sind.“











