In Indonesien ist Kinderarbeit weit verbreitet, und es ist durchaus üblich, dass Mädchen nach ihrem Grundschulabschluss ins Ausland gehen, um als Haushaltsangestellte das Familienbudget in der Heimat aufzustocken. Nach 5-monatiger Arbeit wechselte Kaminha zu einer Familie, die näher bei ihrer eigenen wohnte, in der Hoffnung nun öfter ihre Eltern besuchen zu können. Doch hier begann ihre Tortur: Sie arbeitete bis zu 20 Stunden jeden Tag, Urlaub oder Wochenenden gab es für Kaminha nicht. Waren ihre Arbeitgeber nicht zufrieden, so wurde sie geschlagen und beschimpft.
Kaminah wurde auch jeder Kontakt zur Außenwelt untersagt: „Ich durfte keine Anrufe von meinem Vater entgegen nehmen. Als meine Eltern mich besuchen wollten, wurden sie wieder weggeschickt mit der Begründung, ich wäre nicht zu Hause.“ Eines Nachts, nachdem sie 9 Monate wie eine Sklavin geschuftet hatte, wagte Kaminha mit Hilfe eines Nachbarn die Flucht. Er half ihr auch, die Polizei zu informieren. Mit Hilfe der Behörden wurden ihre einstigen Arbeitgeber rechtmäßig verurteilt. Es war der erste Fall dieser Art, der in der Provinz Banten vor Gericht gelangte.
Heute, als 16-jährige, setzt sich Kaminha gemeinsam mit CARE für Mädchen ein, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben wie sie. Das CARE-Projekt „Cantrik“ hat das Ziel, gemeinsam mit den lokalen Behörden die Ausbeutung von Kindern zu verhindern. Die Folgen des physischen und psychischen Missbrauchs sind verheerend. „Ich werde meinen Kampf für Gerechtigkeit fortsetzen, damit alle Kinder, die das durchmachen was ich durchmachen musste, verstehen, dass sie etwas Besseres verdient habe“, sagt Kaminha abschließend.










