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Indonesien: Kaminahs Kampf gegen die Kinderarbeit

Als Haushaltsangestellte arbeitete Kaminah rund um die Uhr, wurde misshandelt.

Heute kämpft Kaminah gemeinsam mit CARE für Mädchen, die das gleiche Schicksal erleiden wie sie.

CARE arbeitet in Indonesien bereits seit 1967.

Kaminah ist 16 Jahre alt und stammt aus der indonesischen Provinz Banten, die 70 km entfernt von der Hauptstadt Jakartas liegt. Trotz ihres jugendlichen Alters musste Kaminah schon viel durchmachen. Ihre Familie lebt von weniger als einem Dollar pro Tag, daher arbeitete sie gleich nach der Grundschule bereits als Hausangestellte. „Ich wollte meine Familie unterstützen“, sagt Kaminha.

In Indonesien ist Kinderarbeit weit verbreitet, und es ist durchaus üblich, dass Mädchen nach ihrem Grundschulabschluss ins Ausland gehen, um als Haushaltsangestellte das Familienbudget in der Heimat aufzustocken. Nach 5-monatiger Arbeit wechselte Kaminha zu einer Familie, die näher bei ihrer eigenen wohnte, in der Hoffnung nun öfter ihre Eltern besuchen zu können. Doch hier begann ihre Tortur: Sie arbeitete bis zu 20 Stunden jeden Tag, Urlaub oder Wochenenden gab es für Kaminha nicht. Waren ihre Arbeitgeber nicht zufrieden, so wurde sie geschlagen und beschimpft.

Kaminah wurde auch jeder Kontakt zur Außenwelt untersagt: „Ich durfte keine Anrufe von meinem Vater entgegen nehmen. Als meine Eltern mich besuchen wollten, wurden sie wieder weggeschickt mit der Begründung, ich wäre nicht zu Hause.“ Eines Nachts, nachdem sie 9 Monate wie eine Sklavin geschuftet hatte, wagte Kaminha mit Hilfe eines Nachbarn die Flucht. Er half ihr auch, die Polizei zu informieren. Mit Hilfe der Behörden wurden ihre einstigen Arbeitgeber rechtmäßig verurteilt. Es war der erste Fall dieser Art, der in der Provinz Banten vor Gericht gelangte.

Heute, als 16-jährige, setzt sich Kaminha gemeinsam mit CARE für Mädchen ein, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben wie sie. Das CARE-Projekt „Cantrik“ hat das Ziel, gemeinsam mit den lokalen Behörden die Ausbeutung von Kindern zu verhindern. Die Folgen des physischen und psychischen Missbrauchs sind verheerend. „Ich werde meinen Kampf für Gerechtigkeit fortsetzen, damit alle Kinder, die das durchmachen was ich durchmachen musste, verstehen, dass sie etwas Besseres verdient habe“, sagt Kaminha abschließend.


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