Vertriebene in Georgien
Ein halbes Jahr ist vergangen seit den Auseinandersetzungen zwischen Georgien und Russland im August 2008. Russische Truppen hatten Südossetien und einige georgische Städte, unter anderem Gori, besetzt. Mehr als 120.000 Menschen in Georgien wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land. CARE unterstützte die intern Vertriebenen von Anfang an mit Lebensmitteln, Gesundheitsartikeln, Decken und anderen Materialien in der Hauptstadt Tiflis, in Städten wie Marneuli, Akhaltsikhe, Borjomi, Rustavi, in dem Bezirk Khashuri und in einigen Dörfern nördlich von Gori.
Menschlichkeit in Zeiten der Not
Neli Kakhniashvili wohnt jetzt mit ihren zwei Enkeln in einem kleinen Zimmer in Marneuli. Die 59-jährige musste aus ihrem Heimatdorf in Kekhvi fliehen, ihr Sohn starb. Die EinwohnerInnen in Marneuli haben die Flüchtlinge in ihrer Not nicht allein gelassen. Sie bringen Gemüse und Obst und teilen mit den Flüchtlingen, was sie können. „Wir wurden hier warm empfangen. Viele hier sprechen kein Georgisch, aber sie haben durch Mimik und Gestik versucht, nach unseren Bedürfnissen zu fragen“. Ihr 15-jähriger Enkel verstaut gerade die Monatsvorräte der Familie: Zwiebeln, Kartoffeln, Zucker und Öl. „Eines Tages werden wir wieder unser eigenes Zuhause haben“, sagt er. „Vielleicht bin ich dann schon erwachsen, aber ich glaube fest daran.“
Unterstützung für den kalten Winter
Bis dieser Traum von vielen GeorgierInnen wahr wird, muss noch viel erreicht werden. Flüchtlinge kehren jetzt in ihre alten Dörfer zurück. Doch ihr Zuhause ist nicht mehr das alte. Sie benötigen Hilfe beim Wiederaufbau. „Unsere Priorität ist es im Moment, die Wintermonate für die Betroffenen zu erleichtern. Wir bauen 200 wintergeschützte Einzimmer-Wohnungen; beschädigte Kindergärten, Geschäfte, städtische Gebäude und örtliche Kliniken müssen saniert und winterfest gemacht werden. Wir verteilen Baumaterialien und Brennholz“, sagt Henk Meyer, Nothilfeleiter von CARE in Georgien. CARE verteilt auch Winterpakete für die Rückkehrfamilien, in denen Brennholz, Holzöfen, Gesundheitsartikel und Gutscheine für warme Kleider enthalten sind.
Unterstützt von ECHO, der Abteilung für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission










