Plünderungen, Vergewaltigungen und Morde
Nach dem Tod seiner Frau 2005 nahmen die Übergriffe bewaffneter Gruppen auf die Zivilbevölkerung im Norden der Zentralafrikanischen Republik zu. Bereits seit drei Jahren schwelten die Kämpfe zwischen Rebellengruppen und dem Militär des Landes. Doch zunehmend gerieten immer mehr ZivilistInnen zwischen die Fronten. Als die Plünderungen, Vergewaltigungen und Morde in den benachbarten Dörfern zunahmen und die Truppen näher kamen, entschied sich Michels Dorf zur Flucht. 500 Menschen brachen auf, um sich und ihre Kinder zu retten.
Nur Gras und Nüsse zum Essen
Fast 300 km sind es vom Dorf bis zur Grenze. Für den mühsamen Weg brauchte der 39-jährige Ingenieur mit seinen Kindern mehr als 6 Wochen – zu Fuß. „Es war furchtbar. Wir hatten nichts zu essen, ich konnte meinen Kindern nur Nüsse und Gras geben. Doch das Schlimmste war, dass wir nicht wussten, ob wir je in Sicherheit sein würden.“ Als Michel mit seinen Kindern schließlich am 18. Dezember, kurz vor Weihnachten, über die Grenze kam, war er mit seiner Kraft und seiner Hoffnung am Ende: Seine beiden kleinen Töchter waren schwer krank.
Im CARE-Flüchtlingslager Gondje
CARE nahm seine Familie im Flüchtlingslager „Gondje" im Süden des Tschad auf. „CARE gab uns ein eigenes Zelt, Lebensmittel und Wasser. Hier konnten wir zur Ruhe kommen.“, erzählt Michel. Die Situation der Flüchtlinge der Zentralafrikanischen Republik wird von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet. Im Süden des Tschad ist CARE als eine von wenigen Hilfsorganisationen aktiv. Im Flüchtlingslager „Gondje“ verteilt CARE Lebensmittel, Moskitonetze, Seife, Wasserkanister, Küchenutensilien und Decken an 13.000 Flüchtlinge und versorgt sie mit frischem Wasser. Im Osten des Tschads leitet CARE vier weitere Flüchtlingslager für sudanesische Flüchtlinge aus Darfur.
Michel: „Ich möchte zur Hilfe beitragen“
Michel ist mittlerweile zum Sprecher der Flüchtlinge gewählt worden. „Ich vermisse mein Dorf immer noch. Aber solange ich hier bin, möchte ich dazu beitragen, dass allen Menschen, die die Flucht aus der ZAR überlebt haben, so gut geholfen wird, wie mir und meinen Kindern bei unserer Ankunft im CARE-Lager.“ ![]()










