Es ist der Zynismus unserer Mediengesellschaft: Sendeminuten sind knapp, genauso wie die Spalten und Zeilen in Zeitungen und Zeitschriften. Da haben nur die aktuellsten Meldungen Platz, alles andere fliegt raus. Der Sudan zum Beispiel.
Asaan ist 18 Monate alt. Sie ist zu schwach, um den Kopf zu heben, sechs Monate Flucht haben ihrem kleinen Körper schwer zugesetzt, dazu akute Unterernährung, Fieber und Infektionen.
Samia ist 5 Jahre alt. Sie ist Asaans Schwester und spricht nicht mehr. Das Mädchen musste mit ansehen, wie ihr Vater erschossen und die Mutter von Fremden vergewaltigt wurde.
Achmet ist zwölf Jahre alt. Er spricht ein bisschen Englisch. Als er vor einigen Wochen nach der Schule nach Hause kam, stand sein Dorf in Flammen - verlassen. Eine Gruppe vorbeiziehender Flüchtlinge brachte ihn mit in das Lager. Sein größter Stolz ist sein Schulheft - das hat keiner hier. Jede Seite im Heft zeigt Omnibusse. Nur mit dem Bus könne er sich auf die Suche nach seiner Familie machen - wenn sie noch lebt, fügt er leise hinzu.
Fatma ist 15 Jahre alt. Sie wurde stundenlang von Mitgliedern der Janjaweed-Milizen vergewaltigt, doch sie findet kein Mitleid, im Gegenteil. Als sie schwanger wurde, wollte ihr Vater sie aus dem Haus werfen, nur mit Mühe konnte sie bleiben. Jetzt reden die Nachbarn schlecht über sie, sagen, sie sei ein schlechtes Mädchen, weil sie dieses Janjaweed-Kind hat. Fatma schämt sich.
Asaan, Samia, Achmet und Fatma sind nur vier von über einer Million Menschen, die in Darfur auf der Flucht sind. 450.000 von ihnen suchen Schutz in nicht betroffenen Dörfern und größeren Städten. Der Rest ist in Flüchtlingslagern untergebracht oder noch unterwegs.
• CARE versorgt monatlich 400.000 Menschen mit Lebensmitteln, Decken, Seifen, Wasserkanistern und anderen überlebensnotwendigen Hilfsgütern.
• Im Flüchtlingslager El Sharif in Nyala werden 10.000 Menschen medizinisch betreut. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Gesundheitssicherung von schwangeren Frauen, HIV/AIDS-Kranken und auf dem Thema Familienplanung.
• Zwei mobile Kliniken aus Österreich versorgen rund um Nyala etwa 800 Menschen pro Woche.
• CARE betreibt in Nyala ein therapeutisches Ernährungszentrum für mehr als 100 unterernährte Kinder pro Tag.
• CARE versorgt 265.000 Flüchtlinge in fünf Flüchtlingslagern mit Trinkwasser, Sanitäreinrichtungen und Hygieneartikeln.
• Im benachbarten Tschad leitet CARE vier von zwölf Flüchtlingslagern und betreut dort 47 Prozent (80.175) aller Flüchtlinge.










