CARE in Ägypten: Seit 52 Jahren
Wenn Mohamed Nada zu den Bauern rund um Assuan kommt, dann erwartet ihn meist ein großer Bahnhof. "Die Begrüßung ist immer sehr freundlich", erzählt der Projektreferent von CARE Ägypten. "Nur ganz wenige sind internationalen Organisationen gegenüber immer noch skeptisch". CARE hat in Ägypten einen guten Klang: Bereits seit 1954 ist im Land am Nil viel geleistet worden.
CARE: Von Nahrungsmittel-Paketen zu Bildung
Am Anfang stand die Hilfe für die Ärmsten in Form von Nahrung: Milch wurde an Schulkinder und Nahrungsmittel-Pakete an die Bevölkerung am Sinai verteilt. In den späten 70er Jahren kam der Grundsatz "Hilfe zur Selbsthilfe" auf. "Die Leute baten nicht mehr um einen Fisch, sie sagten: 'Zeig mir, wie man fischt!'" bringt Mohamed Nada es auf den Punkt. Dass dafür Bildung und Ausbildung notwendig sind, versteht sich von selbst. So bringen viele ÄgypterInnen CARE einfach mit dem Begriff Schule in Verbindung.
Ägypten: 94% Wüste
Heute wird im SAFE-Projekt in Fayoum, rund um Qena und Sohag, 6000 Bauern und Bäuerinnen ökologische Landwirtschaft nahe gebracht. In einem Land, das sich zwar über eine Fläche von 1 Million km2 erstreckt, die aber zu 94% Wüste sind, muss der Boden möglichst nachhaltig bewirtschaftet werden. Entlang der Jahrtausende alten Lebensader Nil wurde bereits viel Raubbau an der Umwelt betrieben. Nun werden Anbauverfahren und Düngemethoden eingesetzt, die die Natur schonen und so auch künftigen Generationen einen gedeckten Tisch aus eigenem Anbau sichern.
CARE stärkt Frauen
Gleichzeitig werden mit SAFE auch die Frauen gestärkt: Sie arbeiten in der Landwirtschaft mit, kümmern sich etwa um die Düngemittel. "Wir versuchen, nicht nur Kenntnisse der ökologischen Landwirtschaft zu vermitteln, sondern auch Frauenrunden zu stärken.", erklärt Nada den generellen Ansatz von CARE.
Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert
"Die Zivilgesellschaft ist heute ein ganz wesentlicher Aspekt", erläutert Nada. CARE versteht sich vor allem als "Kommunikations-Broker" und bringt die beiden Seiten - BauernvertreterInnen und RegierungsbeamtInnen - zu Diskussionsrunden zusammen. "Wir lehren nicht mehr nur das Fischen, wir vermitteln: Du hast ein Recht darauf."










