Ein einzigartiges Öko-System
Pemba hat alles, was eine Trauminsel braucht: Palmen am weißen Sandstrand, blitzblaues Meer, bunte Korallenriffe, in denen sich Meeresschildkröten und riesige Mantarochen tummeln, eine üppige Vegetation, die Pemba auch den arabischen Namen Al-huthera, die Grüne, eingebracht hat. Besonders grün ist der Nordzipfel der Insel, dort liegt der Ngezi-Vumawimbi-Nationalpark. Er ist Heimat für tausende einzigartige Pflanzen und Tiere, etwa den Pemba Flying Fox, eine Fledermausart, die es weltweit nur hier gibt. Pemba ist ein Paradies.
Vertreibung aus dem Paradies?
Doch Paradiese haben, wie man weiß, den Nachteil, dass schnell Schluss sein kann damit. In Pemba, beziehungsweise in Ngezi ist der Sündenfall kein Biss in den verbotenen Apfel, sondern Fischerei, Jagd, Holzungen und Anbau landwirtschaftlicher Produkte. Rund 11.000 Menschen leben rund um den Nationalpark, sie sind arm - und abhängig von dem, was der Wald hergibt.
Schutz für Mensch und Wald
Nach dem Vorbild von Jozani, einem bereits abgeschlossenen CARE-Projekt auf Pembas Nachbarinsel Sansibar, läuft seit Anfang des Jahres in Ngezi ein Projekt, das den Anrainern alternative Einkommensquellen erschließen und so den Druck auf den Wald verringern soll. In Workshops haben die Bewohner gemeinsam mit Vertretern der Behörden und CARE ihre Bedürfnisse erhoben. Ideen gibt es viele: Für Brenn-und Bauholz werden etwa außerhalb des Waldes schnell wachsende Bäume gepflanzt. Pemba ist ein wichtiges Zentrum für traditionelle Medizin, also wird der Anbau von Heilkräutern forciert. Und auch ein Rinderzuchtprogramm werden die Bewohner gemeinsam mit CARE durchführen.
Sanfter Öko-Tourismus
Der größte Hoffnungsträger aber ist der Tourismus. Pemba ist schön, doch wegen der besseren Erreichbarkeit steigen Touristen eher auf der Nachbarinsel Sansibar ab. Im Auftrag von CARE hat Christian Baumgartner, Tourismusexperte vom Institut für integrativen Tourismus und Entwicklung, dazu nun eine Studie verfasst. Darin setzt er vor allem auf nachhaltigen Öko-Tourismus und schlägt für den Start eine Öko-Lodge vor, ein Gästehaus, das die Gesetze des Waldes und der Tiere in den Vordergrund stellt. Um nicht einzelne Familien oder Dörfer zu bevorzugen, soll die Lodge gemeinschaftlich geführt werden. CARE wird dabei Trainings für die Menschen anbieten.










