CARE Patenschaften
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Burundi: Sie nennen mich die Friedenstifterin

Paulette wurde durch CARE-Schulungen in Konfliktlösung zur Friedensstifterin.

Die Zukunft Burundis kann nur durch eine Versöhnung von Hutus und Tutsis gesichert werden. Paulette spricht mit Opfern und TäterInnen des Bürgerkriegs.

Dank CARE unterstützen sich Frauen gegenseitig in der Landwirtschaft und durch Spar- und Kreditvereine.

Paulette Nadaygumie (54) musste zusehen, wie ein junger Mann mitten am Marktplatz ermordet wurde. „Ich war gerade einkaufen, die Kinder spielten in der Nähe, als ein Nachbar uns warnte: überall bricht Gewalt aus“, so Paulette. „Es herrschte Panik und Verwirrung. Die Kinder hatten Angst. Wir schnappten die wichtigsten Sachen, etwas zu essen und brachten uns schnell in Sicherheit“, berichtet Paulette weiter.

1993 Ausbruch des Bürgerkriegs
Ihre Familie gehört zu den mehr als 200.000 Menschen, die aufgrund der gewalttätigen Unruhen zwischen Hutus und Tutsis alles verloren haben. Paulette und ihr Mann mussten sich als billige LohnarbeiterInnen durchschlagen. Auch die Kinder mussten mitarbeiten. „Die Stimmung zwischen mir und meinem Mann wurde immer unerträglicher. Nur durch CARE konnten wir wieder Fuß fassen“, erzählt Paulette.

CARE-Hilfe in Burundi
Seit dem Ende des Bürgerkriegs ist Paulette Mitglied eines CARE-Projekts in der Region Gitega. Ihren Lebensunterhalt verdient sie durch den Anbau von Saatgut, das von CARE verteilt wurde. Mit den Einnahmen kaufte sie sich eine Ziege, eröffnete gemeinsam mit anderen Frauen ein Restaurant und gründete einen Sparverein. CARE führt auch Schulungen in den Bereichen Projektentwicklung und Konfliktlösung durch. Zusätzlich hat CARE ein Komitee gegründet, indem alle Volksgruppen vertreten sind.

Konfliktmanagement zwischen Hutus und Tutsis
Paulette wurde von ihren Nachbarn als eine der Ärmsten ins Komitee gewählt. „Durch die Trainings von CARE traue ich mir zu, mit den Familien von Opfern und Tätern zu sprechen. Während die einen Probleme haben sich zu integrieren, haben die Opfer nach wie vor Angst“, erzählt Paulette. Sie konnte Familien unterschiedlicher Ethnien zu einer Aussprache bewegen. Auch die Familie des zu Beginn des Bürgerkriegs ermordeten Mannes. Heute sagt seine Familie: „Wir können unser Land nicht auf den Massakern der Vergangenheit aufbauen. Wir müssen lernen zu vergeben.“

Paulette: „Die Gemeinde respektiert mich“
„Dank der Unterstützung und den Schulungen von CARE habe ich einen Namen in der Gemeinde: Die Friedensstifterin. Und das, obwohl ich eine Frau bin und es in unserer Tradition nicht üblich ist, Frauen bei der Lösung von Konflikten mit einzubeziehen“, verkündet Paulette stolz. „Auch mein Mann achtet mich, seit er bemerkte, dass ich viel zu unserem Lebensunterhalt beitragen kann. Ich habe Respekt innerhalb der Familie gewonnen.“