CARE Patenschaften
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Äthiopien: Das Schweigen brechen

Abay kehrte nach 8 Jahren wieder in ihr Heimatdorf zurück.

Nur mit flexiblen Unterrichtszeiten können Nomadenkinder in die Schule gehen.

Abay leistet Überzeugungsarbeit gegen die Genital-Beschneidung von Mädchen.

Abay war das erste Mädchen in ihrem Dorf, das gegen die Genitalverstümmelung rebellierte und zu ihrem Onkel in die Stadt flüchtete. 8 Jahre später kehrte sie mit CARE zurück und verändert ihr Dorf.

Trostloses Nomadenleben
Das Leben des Volkes Afar in Äthiopien dreht sich um das Schicksal der Rinder, Schafe und Ziegen. Wenn die Tiere Wasser benötigen, ziehen die Menschen weiter. Frauen marschieren kilometerweit durch die felsige Wüste auf der Suche nach Trinkwasser. Medizinische Versorgung ist nicht vorhanden – ein Drittel aller Kinder erlebt das 5. Lebensjahr nicht. Auch der Schulbesuch ist fast unmöglich: 90 % aller Kinder - vor allem Mädchen - gehen nicht zur Schule.

„Nein“ zur Beschneidung
Abay ist im Wüstengebiet des Awash-Tals aufgewachsen. Bis zu ihrer Beschneidung verlief ihr Leben wie das aller Frauen in ihrer Gemeinschaft: Sie hütete Schafe und half bei der täglichen Arbeit. Jedes Mädchen muss dieses schmerzvolle Ritual über sich ergehen lassen, um die Jungfräulichkeit bis zur Heirat zu garantieren. Auch Abays Mutter bestand auf der Beschneidung ihrer Tochter. Doch Abay hatte Angst und rebellierte. Und sie hatte Glück! Ihr Onkel, der in Addis Abeba lebte, unterstützte sie und nahm sie auf.

Rückkehr mit CARE
In der Hauptstadt konnte Abay auch die Schule besuchen. 10 Jahre nachdem sie ihre Familie verlassen hatte, kehrte sie gemeinsam mit CARE nach Awash zurück. „Die Priorität meiner Arbeit mit CARE lag auf der Errichtung von Schulen, Wasseraufbereitungsanlagen und Gesundheitseinrichtungen“, sagt sie. Abay arbeitet mit lokalen CARE-MitarbeiterInnen an flexiblen Unterrichtszeiten, damit die Kinder sowohl in ihren Familien mithelfen als auch den Unterricht besuchen können. „Mein wichtigstes Ziel war, Mädchen und Frauen Zugang zu Bildung zu verschaffen“, erzählt Abay. Aber sie hatte noch etwas anderes auf dem Herzen.

Früher verhöhnt, heute geachtet
“Ich wollte andere davon überzeugen, dass die Beschneidung von Mädchen ein furchtbarer Prozess ist“, sagt Abay. Doch alleine die Thematisierung der Tradition brachte ihr Morddrohungen und Prügel ein. Aber sie gab nicht auf. Um den Ältestenrat zu überzeugen, nahm sie eine Beschneidung auf Video auf. Die Ältesten, die noch nie zuvor eine so grausame und blutige Sache gesehen hatten, stimmten 2 Wochen später mit 15 zu 2 Stimmen für ein Ende der Beschneidung! Derselbe Mann, der Abay geschlagen hatte, entschuldigte sich bei ihr. Gemeinsam mit CARE hat Abay gezeigt, dass es möglich ist, das Schweigen zu brechen und für eine ganze Generation von Mädchen das Leben zum Positiven zu verändern.

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