"Endlich ist mein Kind wieder gesund!"

Suka Miyo Korsicha wartet mit ihrer 1-jährigen Tochter vor dem Madacho Kebele Gesundheitszentrum auf therapeutische Zusatznahrung, die CARE im Rahmen des von dem European Commission Humanitarian Aid and Civil Department (ECHO) finanzierten Ernährungsprogramms verteilt. Im Alter von 60 Jahren wurde Suka noch einmal Mutter: Ihre Tochter hatte zwei Zwillingsmädchen zur Welt gebracht, konnte aber nicht für beide sorgen. So entschied sich Suka, eines der beiden Mädchen bei sich aufzuziehen und wurde so zu Bilachas Mutter.
Durch die Dürre haben sie alles verloren
Am Anfang fiel es Suka leicht, sich um Bilacha zu kümmern. Ihr gehörten zwanzig Rindvieh, die sie zusammen mit zwei ihrer Söhne pflegte. Von dem Ertrag der Milch konnte die ganze Familie leben. Aufgrund der schwachen Regenfälle in den Vorjahren, breitete sich jedoch 2011 eine Dürre aus. Suka hatte kein Futter mehr für ihre Tiere. 18 Rinder starben und ein weiteres Rindvieh musste Suka verkaufen. Zum Schluss blieb ihr nur mehr ein Vieh.
Um Geld zu verdienen, fing Suka damit an, in der Stadt Haare zu flechten. Sie verdiente 5 Birr pro Person (umgerechnet 20 Eurocent). Mit dem wenigen Geld versuchte sie Nahrungsmittel für Bilacha, ihre zwei Söhne, die jetzt arbeitslos waren, und sich selbst zu kaufen. Es war nie genug für alle da, aber mehr hatten sie nicht.
Bilacha ging es immer schlechter
Suka erkannte bald, dass es Bilacha immer schlechter ging. Das kleine Mädchen wurde sehr dünn und hatte keinen Appetit mehr. Suka wusste, dass Bilacha nie so gesund gewesen ist wie andere Babys. Seit ihrer Geburt hatte Bilacha nur Kuhmilch bekommen, statt Muttermilch. Aber nachdem Suka ihr Vieh verloren hatte, hatte Bilacha nicht einmal mehr Kuhmilch zum Trinken. Suka versuchte, zusätzlich zum Flechten noch Heu zu sammeln und zu verkaufen, um mehr Nahrungsmittel für Bilacha zu besorgen.
„Mir war bewusst, dass Bilacha nicht gesund war“, erklärt Suka, „Jedem geht es schlecht, wenn sein Mädchen das durchmachen muss. Ich hatte große Angst, dass ich Bilacha nicht helfen könnte.“ Suka wusste nicht, dass CARE in ihrer Region arbeitet. Doch vor vier Monaten kam eine Gesundheitshelferin in ihr Dorf, um die Kinder zu impfen. Die Helferin erkannte sofort, dass Bilacha mangelernährt war und riet Suka, Bilacha in ein Gesundheitszentrum zu bringen.
Der Lichtblick: CARE-Ernährungsprogramme für mangelernährte Kinder
Im Gesundheitszentrum wurde Bilacha in das CARE-Ernährungsprogramm für mangelernährte Kinder aufgenommen. Das kleine Mädchen bekam ab jetzt jede Woche eine spezielle Aufbaunahrung. Nach einem Monat ging es Bilacha viel besser, woraufhin sie in ein anderes Ernährungsprogramm wechseln konnte. Suka erhielt nun verschiedene Nahrungsmittel wie Öl und Soya, mit denen sie Essen für Bilacha kochen konnte.
Beide diese Ernährungsprogramme werden in staatlichen Gesundheitszentren umgesetzt. CARE stellt im Rahmen des Projekts die therapeutische Aufbaunahrung, andere Lebensmittel und technische sowie logistische Unterstützung bereit.
„Ich würde gerne CARE danken. Ohne dieses Projekt hätte mein Kind nicht überlebt.“, sagt Suka freudestrahlend, „Ich bin so glücklich, dass es Bilecha besser geht und ich mich nicht mehr um ihre Gesundheit sorgen muss.“
Auch Sukas Einkommenssituation hat sich verbessert. Sie erhielt zwanzig Ziegen und nimmt nun am CARE „Cash transfer“-Projekt teil. Sie hofft, dass die Ziegen bald Nachwuchs bekommen und sie dann mit der Milch ihre Familie versorgen kann. Aber das Allerwichtigste ist: Bilacha ist wieder gesund!
Diese Projekt wird von dem European Commission Humanitarian Aid and Civil Department (ECHO) finanziert.
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