Datum: 29. August 2012

Gesichter der Hungerkrise

CARE-Mitarbeiter Rodrigo Ordonez hat Frauen in Saran Maradi, Niger, besucht und mit ihnen darüber gesprochen, wie sie in Zeiten der Krise ihre Familie versorgen und wie CARE ihnen dabei hilft.

 

Delou Ibrahim, 70, mit ihrer Enkelin Latifa, 8. Delou hält in ihren Händen Sauerampfer Blätter und Sorghumkörner


Delou Ibrahim versorgt 16 Enkelkinder in ihrem Haus. „Ich habe mehrere Krisen gesehen. Am Schlimmsten war die Hungersnot von 1984. Es regnete wenig. Die Hirsepflanzen wuchsen, aber sie hatten keine Körner.“,  erinnert sie sich. Heuer betrug Delous Ernte nur 30kg, was Essen für zwei Tage lieferte. Delou erhält Bargeld von CARE. „So kann ich Getreide für meine Familie kaufen und meine Enkelkinder ernähren.“ Es gibt täglich zwei Mahlzeiten: Haferbrei und Hirsebrei.

 

 Sakina Moudi (links), 30, und Halima Abdou, 25, mit ihren Kindern Kassoumou, 4, und Massaoudou, 10 Monate . Sakina nimmt Sorghum aus einem Sack.

 

Halima Abdou hat fünf Kinder. Sakina Moudi hat sechs Kinder. Letztes Jahr haben sie nur 40kg Getreide geerntet. „Es hat nur fünf Tage gehalten, dann war alles verbraucht“, sagt Sakina. Dieses Jahr haben sie nichts geerntet. In Zeiten, wo es nichts zu essen gibt, sammelt und verkauft ihr Mann Holz, um  Yams-Mehl zu kaufen. Nun nimmt ihr Ehemann auch im Cash-for-Work Projekt von CARE teil. „Mit dieser Unterstützung bekommen wir ausreichend zu essen“, erklärt Halima. 

 

Maka Ali, 80, mit ihrer Enkelin Maria, 10. Maka hält Sorghum in der Hand.


Maka Ali ist seit 20 Jahren Witwe. Sie hat acht Kinder und 20 Enkelkinder. Sie hat in ihrem Leben sechs Kinder verloren, vier davon in jungem Alter. „Ich musste mich allein um sie kümmern. Sie starben, weil es nicht genug Essen gab“, erinnert sich Maka. Jetzt erhält sie Geldmittel von CARE. „Wenn ich die Auszahlung erhalte, kaufe ich damit Sorghum und Mais“, erklärt Maka. „Bevor wir diese Unterstützung erhielten, konnte ich dies nicht; ich musste Blätter essen.“

 

 Sahara Mahama, 40, mit ihrer Tochter Mariama, 4. Ein Kübel Hirse in Saharas Zuhause.

 

Sahara Mahama hat sieben Söhne und eine Tochter. Sie hat vier andere Kinder verloren; eines war erst 14 Tage alt. „Ich habe das Jüngste während der Regenzeit verloren, es war die magere Jahreszeit. Ich hatte nichts zu essen.“ Nahrungsmittel zu bekommen wird immer schwieriger , erklärt Sahara. „Als ich noch ein Kind war, hatten wir für gewöhnlich drei Mahlzeiten: in der Früh, zu Mittag und am Abend.“ Nun allerdings gibt es nur noch eine höchstens zwei Mahlzeiten. Sahara macht beim Cash-for-Work Projekt von CARE mit und kann dadurch Getreide für ihre Familie kaufen.

 

 Mariama Oumarou, 55, mit ihrer Enkelin Rakia, 4.

 

Mariama Oumarou hat zehn Kinder und drei Enkelkinder. Sie hat vier Kinder und zwei Enkelkinder verloren. Auch sie nimmt am Cash-for-Work Projekt von CARE teil. „Wir können jetzt nicht nur Hirse und Sorghum kaufen, sondern auch noch Mais und Gewürze.“