„Es macht mich stolz, anderen Menschen zu helfen“
Blog von Jean-Louis Mbusa, Governance Advisor, CARE Demokratische Republik Kongo
„Ich arbeite seit Mai 2007 für CARE. Damals habe ich als Projektkoordinator im Feld angefangen und arbeite jetzt als Governance Advisor für das Projekt „Tufaidike wote“. Insgesamt bin ich seit zwölf Jahren im Bereich der Humanitären Hilfe tätig. Ich bin 41 Jahre alt, ich habe vier Kinder und lebe in Nord Kivu, in der Demokratischen Republik Kongo.
Ich engagiere mich in der Humanitären Hilfe, weil es mir erlaubt, direkt mit Menschen in Notsituationen zu arbeiten. Das ist zeitweise sehr stressig, aber es ist eine bereichernde Arbeit. Es geht nicht nur darum, dass wir Menschen helfen, die Unterstützung brauchen. Wir lernen auch jeden Tag etwas Neues über das Leben der Menschen und Möglichkeiten unsere Hilfe zu verbessern.
Außerdem hilft mir diese Arbeit herauszufinden, was meine persönlichen Schwächen sind und wie ich sie überwinden kann. Ich erinnere mich zum Beispiel, es ist noch gar nicht so lange her, dass wir eine Gruppe von Menschen entdeckten, die vor Kämpfen in Nord Kivu geflohen ist. Sie mussten ihr Zuhause schnell verlassen und konnten nichts mitnehmen. CARE war eine der wenigen Organisationen, die half. Ich war froh, dass wir Lebensmittel bereitstellen konnten, aber viele dieser Menschen schliefen immer noch draußen. Ich habe alles abgesucht, um Zelte für die Flüchtlinge zu besorgen. Schließlich fand ich eine Organisation, die Zelte für die Menschen lieferte. CARE stellte die Versorgung sicher. Es war ein bestärkendes Gefühl, diesen Menschen in Koordination mit anderen humanitären Akteuren geholfen zu haben. Wir können alleine niemals alle Bedürfnisse der Menschen in Notlagen zufriedenstellen. Wir müssen immer mit anderen Akteuren zusammenarbeiten, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Ich mag an CARE besonders, dass ständig an einer Verbesserung der Hilfe gearbeitet wird. Wir haben ein System von Waren- und Ermäßigungsgutscheinen eingeführt. Dadurch ermöglichen wir es den Haushalten, selbst zu entscheiden, was sie brauchen. Sie können auf den Dorfmärkten einkaufen und damit die lokalen VerkäuferInenn und LieferantInnen unterstützen.
Es gefällt mir auch, dass wir Familien unterstützten können, die durch Kämpfe vertriebene Kongolesen bei sich aufgenommen haben. Diese Handlungen, das Aufnehmen von Vertriebenen, ist der Inbegriff afrikanischer Solidarität. Die Menschen hier wollen nicht, dass andere Menschen in Zelten oder in Lagern wohnen müssen. Wir nennen sie „Solidaritätsfamilien“. Oft kommen diese Gastfamilien jedoch selbst in eine Versorgungsnotlage, weshalb es schwierig ist die Unterstützung für andere aufrechtzuerhalten.
Hier in Nord Kivu kommen viele verschiedene Probleme zusammen, die zur chronischen Krisensituation beitragen, sodass die Menschen weiterhin in Armut und Angst leben. Es gibt viele bewaffnete Gruppen, die sich um die Ressourcen streiten. CARE hat Krisenmanagement-Komitees gegründet, in denen lokale Behörden, die Zivilgesellschaft, Gemeindeleiter und religiöse Führer zusammenkommen. Wir haben sie in Konfliktmanagement ausgebildet, ihnen ihre Rolle als Mitglieder der Gemeinschaft und ihre Verantwortung erklärt. Wir möchten sie unterstützen, um unabhängig zu handeln und ihnen die Werkzeuge geben, sich selbst zu helfen. Es ist wichtig, nicht von Hilfe abhängig zu sein.
Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir als Humanitäre Helfer keinen Schaden anrichten. Wir müssen die am Verwundbarsten mit einbeziehen, meist Frauen und Kinder. Wenn wir Vertriebenen helfen, müssen wir auch auf die Gastfamilien Rücksicht nehmen und sie unterstützen. Dadurch können wir Konflikte vermeiden und ein Gefühl der natürlichen Solidarität fördern. Hilfe sollte diese Solidarität nicht schwächen, sondern sie stärken!
Für mich ist es selbstverständlich, ein Humanitärer Helfer zu sein. Ich lerne jeden Tag Neues über das Leben der Menschen und ich habe vor, auch weiterhin die Hilfsleistungen, die wir anbieten, zu verbessern. Es macht mich stolz, anderen Menschen zu helfen.“
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