"Wenigstens sind wir hier sicher"
„Momentan habe ich nichts, das ich meiner Familie zu essen geben könnte, aber wenigstens sind wir hier sicher“, murmelt Omar mit starrem Blick auf den Sonnenuntergang
Omar Intifelan, 33 Jahre, wohnt als malischer Flüchtling im Hamatta-Lager nahe der Stadt Banibangou im Niger. Früher lebte Omar im malischen Dorf Andaramboukan, wo er auf seinem kleinen Feld genug Getreide und Gemüse anbauen konnte, um seine Familie zu ernähren. Mit seiner Frau Fatima hat Omar vier Kinder – das älteste, die 13-jährige Amoullaka, hat in Mali die Schule besucht.
Das Leben der Familie änderte sich schlagartig, als eines Tages im Jänner bewaffnete Männer in ihr Dorf eindrangen. Wie viele andere Familien beschloss Omar mit seiner Familie in den nahegelegen Niger zu fliehen. Zuerst ließ sich die Familie im nigerianischen Dorf Chinnegodar, das nur 18 Kilometer von ihrem Heimatdorf entfernt war, nieder.
„Wir haben unser Zuhause verlassen ohne irgendetwas mitzunehmen. Daher waren wir von den Spenden und der Unterstützung anderer abhängig, um zu überleben. Jeden Tag hofften wir darauf, dass sich die Lage beruhigt und wir zurückkehren können“, erinnert sich Omar. „Jedoch haben sich die Kämpfe noch verschlimmert. Mehr und mehr Familien kamen von Mali über die Grenze nach Chinnegodar. Die Regierung hat uns geraten, Chinnegodar zu verlassen – die Gefahr war groß, dass sich der Konflikt auch über die Grenze hinweg ausbreiten könnte. So sind wir hier in Hamatta gelandet.“
In gerade einmal zwei Wochen haben sich die Flüchtlinge ein richtiges Dorf errichtet – die Hütten des Hamatta-Lagers beherbergen mittlerweile 2.295 Menschen, darunter 354 Kinder unter 5 Jahren. Die malischen Flüchtlinge leben von der Hilfsbereitschaft und der Solidarität der Menschen aus der nahegelegenen Stadt Banibangou, die selbst unter der momentanen Nahrungsmittelkrise zu leiden haben.
„Es ist sehr schwer, wenn man Tag für Tag auf die Hilfe anderer angewiesen ist – ohne zu wissen, wie lange das noch so weitergeht. Die Neuigkeiten, die aus Mali kommen, sind beunruhigend. Hinzu kommt, dass meine Tochter Amoullaka nicht mehr zur Schule gehen kann.“, klagt Omar.
Fast 13.500 malische Flüchtlinge und nigerianische RückkeherInnen leben nun unter schwierigen Bedingungen in verschiedenen Lagern rund um Banibangou. Ähnlich geht es den über 40.000 Flüchtlingen in den Gebieten um Abala, Ayorou, Quallam und Tilia.
„Die Menschen sind hungrig. Sie haben nichts.“, erklärt der Leiter des Flüchtlingslagers Hamattta, Aminata Welt Issa Fassan, „ohne Hilfe von außen werden einige von ihnen nicht überleben.“
CARE unterstützt die malischen Flüchtlinge und nigerianischen RückkehrerInnen rund um Banibangou mit Lebensmitteln und dem Notwendigsten. Helfen Sie mit!
Fotos: CARE/Ibrahim Niandou 2012
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