Datum: 20. März 2012

Schon vor der Katastrophe handeln!

Wie CARE Kleinbauern und -bäuerinnen in Westafrika unterstützt, die lange "Hungerperiode" bis zur nächsten Ernte zu überstehen.

Im Sommer und Herbst letzten Jahres blickte die Welt auf das Horn von Afrika, wo von Äthiopien über Kenia bis Somalia Hunger herrschte. Leider kam die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft zu spät, um die Not zu verhindern. CARE und andere Organisationen mussten schnell handeln und viele Ressourcen aufbringen, um Leben zu retten. Durch Vorsorge hätten Menschenleben gerettet werden können.

Heute bahnt sich auf der anderen Seite des Kontinentes, in Westafrika, ein ähnliches Szenario an. Im Niger hat es letzes Jahr kaum geregnet. Die Niederschläge, die zwischen Juni und September fallen sollten, sind lebensnotwendig, damit Pflanzen gedeihen können. Regenfälle im Mai 2011 machten den Bauern große Hoffnungen. Doch dann blieb der Regen erneut aus. In manchen Gebieten betrug der Ernteertrag nur 30% vom Vorjahr. Nun herrscht Dürre und viele haben ihre spärlichen Vorräte schon aufgebraucht. Mehr als 13 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht.

 

Teure Lebensmittel treiben Familien in den Ruin

An vielen Orten gibt es zwar genügend Nahrungsmittel. Aber sie sind so teuer, dass es sich der Großteil der Bevölkerung nicht leisten kann. Der Grund: Lebensmittelspekulation. Händler kaufen das Getreide unmittelbar nach der Ernte zu niedrigen Preisen auf. Wenn die lokalen Geschäfte beinahe leer sind, erhoffen sie sich Profit, indem sie das gebunkerte Getreide zu hohen Preisen verkaufen. Um sich weiterhin Nahrungsmittel und Saatgut leisten zu können, bleibt den meisten Menschen nur eine Lösung: Sie müssen ihr Nutzvieh verkaufen und Kredite aufnehmen.

Die Situation wird durch die instabile Sicherheitslage in einigen Nachbarstaaten zusätzlich erschwert. Zahlreiche Flüchtlinge aus Mali stellen die ansässige Bevölkerung vor große Herausforderungen. Zudem kehrten GastarbeiterInnen, die normalerweise ihre Familien aus dem Ausland unterstützen, in den letzten Monaten mit leeren Händen aus Nachbarländern zurück.


Kornspeicher und Bäume

Es gibt Auswege, aber diese brauchen Zeit und langfristige Unterstützung. So hilft CARE beispielsweise mit Kornbanken, in denen Getreide sicher gelagert wird, damit die DorfbewohnerInnen auch in den Monaten zwischen den Ernten etwas zu essen haben und nicht auf den Kauf von überteuerten Lebensmitteln angewiesen sind. Auch passen sich die Menschen in der Region schon heute eigenständig an den Klimawandel an. Im Niger gibt es etwa eine Initiative namens „Die Wüste gemeinsam grüner machen“. Dabei werden Bäume gepflanzt, Büsche und andere Pflanzen, die Feuchtigkeit speichern und die Temperatur des Bodens senken. Das steigert die Erträge. CARE unterstützt die Initiative seit 1985. Gemeinsam konnten so rund fünf Millionen Hektar Anbaufläche wieder nutzbar gemacht werden.

Die Erfahrung zeigt: Vorsorge ist möglich. Und sie ist kostengünstiger und nachhaltiger als die immer wieder notwendigen Nothilfeeinsätze.

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