Datum: 30. Januar 2012

Niger: Der Hunger klopft an die Tür

Haoua Lankoandé (Advocacy Officer von CARE Niger) berichtet über die dramatische Zuspitzung der Nahrungsknappheit.

Schon heute sehen wir in der Stadt die ersten Anzeichen der Nahrungsmittelkrise. Die Krise hat bereits begonnen und sie breitet sich erschreckend schnell aufs ganze Land aus.

In der ersten Phase verlassen junge Männer und Frauen ihre Dörfer, um in der Stadt Arbeit zu suchen. Sie klopfen an deine Tür und fragen dich nach Arbeit. Wenn du sie fragst, was sie können, ist ihre Antwort: „Alles, wir machen alles.“

In der zweiten Phase klopfen sie an deine Tür und fragen nach Nahrungsmitteln “Klopf, klopf, haben Sie etwas zu essen? Ich habe die letzten drei Tage nichts gegessen.“

In der dritten Phase fragen sie nicht mehr. Eines Morgens wachst du auf und findest eine Familie  vor deiner Haustür. Sie sagen nichts, sondern blicken dich nur stumm an, voller Hoffnung, dass du ihnen etwas zu essen gibst. Wenn du ihnen etwas gibst, sagen sie Danke. Wenn du ihnen nichts geben kannst,  senken sie traurig den Kopf, stehen langsam auf und ziehen stumm zum nächsten Haus weiter.

Das Ganze spielt sich innerhalb weniger Monate ab. Wir sind momentan in der ersten Phase - die Leute klopfen an Türen und bitten um Arbeit. Ihre Vorräte sind aufgebraucht. Sie haben alles verkauft. Die Menschen benötigen dringend Hilfe!

CARE organisiert in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm CASH-for-Work Programme. So können die Menschen aus den Dörfern Geld verdienen, um sich Lebensmittel zu kaufen. CARE finanziert auch Mittagessen in den Schulen, damit die Kinder in der Schule bleiben können. Zudem werden  Gemeinschaftsgärten und Kornbanken angelegt.

CARE hat sich die Situation in einigen Dörfern angesehen – nicht viele junge Frauen und Männer sind geblieben. Die meisten sind schon unterwegs in die Städte. Die Zeit wird knapp. Wir müssen jetzt handeln!

Helfen auch Sie mit! Mit Ihrer Unterstützung können wir unsere Hilfe ausweiten!